Über den Blog

VIELE FRAGEN, EIN ABENTEUER

Das bin ich. Halb deutsch, halb griechisch, zu Hause in Frankreich. Oder doch dreimal ganz? Wenn ich neue Menschen kennen lerne, ist die für mich meist am schwersten zu beantwortende Frage die nach meiner Herkunft. Was soll ich sagen? Ich habe bisher in sieben Städten gelebt und in drei Ländern. Meine Familie verteilt sich zwischen Hannover und Athen. Sicher, es gibt Orte, an denen, und vor allem Menschen, bei denen ich mich zu Hause fühle. Ja, ich bin in Deutschland aufgewachsen, habe dort meine Erziehung und meine Ausbildung genossen. Aber immer war und bleibt da auch der zweite, ebenso große Teil von mir, den meine Mutter mir in die Gene gelegt hat: meine griechische Herkunft. Inzwischen lebe ich in Frankreich und auch hier fühle ich mich zu Hause. Als Antwort auf jene eigentlich so banale Frage einen Ort nennen, das kann ich deshalb nicht, denn es würde sich immer unvollständig anfühlen.

Mit der Frage nach der Herkunft kommt schnell die nach der Identität. Wer bin ich und was macht mich aus? In den vergangenen Jahren kreisten meine Gedanken immer öfter um diese Fragen und ein Wunsch zeichnete sich immer stärker ab, der mir sicher nicht zufällig kurz vor meinem 30. Geburtstag plötzlich sehr klar vor Augen stand: Auch wenn ich viele Ferien in Griechenland verbracht habe, so ist es mir doch ein Bedürfnis, dieses Land – diese zweite Heimat, wenn man so will – auf intensivere, ja persönlichere Weise kennen zu lernen. Sprache und Menschen ein Stück näherkommen. Mich auf den Spuren meiner Vorfahren bewegen. Mir mein eigenes, tiefergehendes Bild von diesem Land machen, das ich niemals wie eine gebürtige Griechin erleben werde, das aber ebenso wertvoller Teil von mir ist und sich auch schon immer so für mich anfühlt wie das Land, in dem ich aufgewachsen bin.

Kurz bevor die Entscheidung fiel, mir diesen Wunsch in Form eines Sabbatjahrs zu erfüllen und damit auf gewisse Weise eine Lücke zu füllen, war mir eine Postkarte in die Hände gefallen mit einem Spruch, der sich schon bald sehr konkret anfühlen sollte:

By questioning what you do, you answer who you are.”

Wenn also nicht jetzt, wann dann!?

Dass ich dann als zentrales Bild für diesen Blog das Meer und die griechischen Berge gewählt habe – okay, das ist naheliegend. Aber dass die Schrift, die ich intuitiv für die Optik meines Blogs ausgesucht habe, ausgerechnet „Vollkorn“ heißt… So verbirgt sich in den Zeilen, die ich auf dieser Seite schreiben werde, auf kuriose Weise die Mischung meiner selbst.

Dieser Blog soll während meiner Reise der Weg sein, auf dem ich euch, liebe Leserinnen und Leser, mitnehme. Ins griechische Hinterland, auf Berggipfel (falls ich sie denn erreiche), an Strände, in Städte und auf einsame Inseln. Was ich vorhabe während dieses Abenteuers, das lest am besten unter „Reiseroute“ nach. Oder lasst euch einfach überraschen.

Da sich meine lieben Leser und Leserinnen auf beide Seiten des Rheins verteilen, werde ich versuchen, den Blog weitestgehend zweisprachig zu halten. Meine französischen Freunde mögen nachsichtig mit meinen Versuchen sein, meine deutschen Texte so nah wie möglich am Original zu übersetzen. Und alle Leser mögen mir meine manchmal in romanähnliche Formen ausartenden Erzählungen verzeihen (aber das kennt ihr ja schon). Über Kommentare, Anmerkungen, Inspirationen freue ich mich.

Bleibt nur zu sagen: Viel Spaß!